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BERGRENNEN VERZEGNIS 2009 |
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Als im ersten Berg ÖM Kalenderentwurf fürs heurige Jahr die Wiederaufnahme des Silvretta Bergrennens angekündigt wurde, war natürlich die Begeisterung der im Westen Österreichs wohnhaften Rennfans riesengroß. War doch dieses Rennen in der Vergangenheit ein Zuschauermagnet für die in diesem Teil unserer Heimat doch recht magern Motorsportlandschaft. Beim harten Kern der Bergrennszene, die doch eher im Südosten von Österreich wohnen, rümpfte so mancher die Nase und der Gedanke das Zeitgleich stattfindende Bergrennen in Verzegnis sich anzuschauen wurde immer lauter. Dieses Bergrennen mitten im italienischen Kanaltal, nur eine knappe Autostunde von der Kärntner Grenze in Arnoldstein entfernt, war ja schon lange der Geheimtipp für viele Bergrennfans. Nun kam noch der Umstand dazu, dass sich die Organisatoren des Silvretta Bergrennens mit einigen Dingen nicht im Grünen waren, und es folgte schon recht bald die Absage. Nun sitzen ja in unserer Bergrennorganisation Leute, die auch nicht von gestern sind und kurzerhand rutschte das Bergrennen in Verzegnis als Ersatz in den Rennkalender. Diese malerisch am gleichnamigen See Lago di Verzegnis und dem knapp 2.000 Meter hohen Monte Verzegnis gelegene Ortschaft nahe der bekannteren Stadt Tolmezzo war also nun Gastgeber dieses Rennens, das im Gegensatz zum im Herbst ausgetragenen Rennens in Cividale auch zur italienischen Bergrennmeisterschaft zählt. Dies garantierte natürlich ein tolles Starterfeld mit weit über 200 Startern, und Fahrzeugen bei denen man schon beim Waschen ein schlechtes Gewissen bekommt. Wie überall in Italien wird auch hier das Rennen in den Lebensalltag integriert, und dies merkt man schon bei der Hotelbuchung. Während bei unseren Pensionen und Hotels im Prospekt höchstens ein junges Paar mit Kind in einer Blumenwiese sitzt, oder ein älteres Paar im Herbstlaub spaziert, ist schon beim Folder ein Osella Sportwagen abgedruckt und man sieht sofort, dass diese Menschen außer dem Geld auch Interessen der Gäste befürworten. Nun aber wieder zurück zum Rennen selbst, und da war natürlich das Wetter in „immer sonnigen“ Süden auch ein Thema. Die Wetterberichte versprachen für den Rennsonntag nicht gerade berauschende Aussichten, und dies würde vor allem unserer Allradbrigade recht gut ins Konzept passen. Im Bezug zum Wetter stellte sich dann Petrus aber gnädig und nach einem Freitag mit recht heftigen Regenfällen folgte ein Trainingssamstag mit Traumwetter. Der Rennsonntag war wettermäßig dann für zwei österreichische Vertreter nicht gerade glücklich. Nach einem kurzen Nieselregen im 1. Lauf rutschte Alfa Treter Thomas Holzmann in das aus, und kurz vor Rennende erwischte es bei wieder stark einsetzenden Regen den erstmals mit seinem neuen Indycar Dallara startenden Hubert Galli. Beim Sportlichen war es halt so, dass einem schon beim Durchschauen der Nennliste die Knie weich wurden. In der Sportwagen- und Formelklasse konnte man bei der Dichte und Besetzung höchstens mit einer Top - Ten Platzierung unseres Hermann Waldy und seinem Reynard F3000 rechnen, und bei den Tourenwagen mussten wir auch hoffen mit unseren Hauptakteuren Felix Pailer im Lancia Delta Integrale und Hanspeter Laber in Gabat Ford Escort Cosworth in die Stockerlregionen zu kommen. Wenn ein Georg Plasa im BMW M3 Judd, Leonardo Isolani im Ferrari 575, Marco Gramenzi in der Chrysler Viper oder Fulvio Giuliani im Lancia Delta Integrale genannt haben ist die Luft an der Spitze doch recht dünn. Der einzige Österreicher- Hecht im italienischen Karpfenteich könnte noch unser Über- Zweiliterpilot Andi Marko im STW Audi A4 quattro sein, denn seine Gegner müssen noch gesucht werden, und man war neugierig, ob sich südlich der Kärntner Bergen einer findet und damit auch schon zum Rennverlauf. Das samstägliche Training, das fast ohne Zuschauer über die Bühne ging, wurde schnell klar, dass der Sieg im Gesamtklassement nur über Osella Werkspilot Simone Faggioli führen wird, und bei den „Tourenwagen“ war wie so oft gegen Georg Plasa kein „Gegenmittel“ anwesend. Zur Gruppe der Tourenwagen - Gesamtsieganwärter möchte ich aber wieder mal einwenden, dass dies im Fall Italien und im speziellen Verzegnis eigentlich aus drei Teilen besteht. Da wären zum einen die in Italien sehr stark präsenten GT Fahrzeuge vom Schlage Ferrari oder Porsche. Zum anderen die „echten“ Tourenwagen aus der Klasse E1 wie sie unsere Heros Pailer und Laber fahren. Die dritte Gruppe und die eigentlichen Grenzfälle sind der BMW M3 Judd des Georg Plasa und der Opel Speedster Turbo des Dan Michl. Diese beiden Fahrzeuge entsprechen nämlich nicht den Regeln der Gruppe E1 und hätten deshalb in der Klasse E2 SH eingestuft werden müssen. Dies soll aber keinesfalls deren Leistung schmälern, denn die beiden fahren egal in welcher Klasse in einer eigenen Liga, und man soll auch den enormen Entwicklungsaufwand dieser Konstruktionen nicht unberücksichtig lassen. Nun aber zum Renntag, und da säumten schon erheblich mehr Zuschauer die ca. 6 Kilometer lange und äußerst anspruchsvolle Strecke. Unter den perfekt organisierten Streckenposten waren auch viele aus dem nahen Südtirol und diese stellten sich den doch recht zahlreich angereisten Österreicherfans mittels Dolmetschdiensten glänzend zur Seite. Weiters muss aber auch erwähnt werden wie reibungslos diese beiden Rennläufe über die Bühne gebracht wurden, und gerade hier sollten so manche österreichische Rennleiter einen Lehrgang besuchen. Nun aber in die Rennklassen und gleich bei den Historischen, die aus heimischer Seite nicht gerade berauschend besetzt war, musste sich der Friedrich Huber im Lola T328 nur der noch voll im Saft stehenden Paarung Luigi Bormolini im Osella PA9 beugen. In der Gr. N war unser bester Vertreter der Hermann Waldy jun. im Honda Civic Type-R. Der Gesamtsieger hier wurde der pfeilschnelle Rudi Bicciato im Mitsubishi Lancer Evo 9. Wesendlich erfolgreicher unsere Vertreter in der Gr. A, denn hier konnte der Christian Schweiger im VW Golf 4 Kitcar einen tollen Klassensieg einfahren und knapp hinter ihm schon sein Markenkollege Alfred Fischer. Der Gesamtsieger hier der Romy Dall’Antonia im Evo 6 Mitsubishi, der sich vor die stärker einzuschätzenden Peugeot 206 WRC setzte. In der Tourenwagenklasse E1 -1600 spielten zwei „Grenzgänger“ eine wesentliche Rolle. Der Sieger wurde der aus Italien stammende und mit deutschem Pass fahrende Egidio Pisano im VW Golf und bester „Österreicher“ der Helmut Maier aus Passau ebenfalls auf einem Einser – Golf. Knapp dahinter schon der echte Steirer Robert Unger mit eben einem solchen VW. In der höheren Zweiliterklasse war man nun eben gespannt, ob es wer mit dem Klassenprimus Andi Marko und dessen STW Audi A4 quattro aufnehmen kann. Man kann es aber gleich vorwegnehmen, es gibt auch bei unseren südlichen Nachbarn keinen Gegner. Seine gefahrenen Zeiten sollten in noch vor den Felix Pailer auf den 38. Gesamtrang bringen, und dass bei rund 30 Sport- bzw. Formelautos!!! Einen tollen 3. Gruppenplatz belegte hier der Eder Roland im VW Golf I. Nun aber zu den Tourenwagentagessiegern und ich habe es schon eingangs erwähnt, dass ich hier einfach alle Klassen zusammennehme. Der Sieg ging völlig verdient an den deutschen Ausnahmepiloten Georg Plasa im BMW M3 Judd vor dem Tschechen Dan Michl im Opel Turbo Eigenbau. Gesamtrang drei ging an den Rechbergsieger des Vorjahres Denny Zardo diesmal im Ferrari F430 GT dicht gefolgt vom Ferrari F575 des auch vom Rechberg bekannten Leo Isolani. Schnellster „echter“ Tourenwagen wurde Roberto di Giuseppe im Alfa 155 GTA Turbo. Nach etlichen Alfas aus der ehemaligen ITC folgte schon unser schnellster Tourenwagenvertreter Hanspeter Laber im Gabat Ford Escort Cosworth mit der passablen 33. Gesamtzeit. Der Tagessieg sollte nach dem Training und dem 1. Rennlauf eine klare Angelegenheit für den Simone Faggioli werden, aber beim Start zum 2. Rennlauf löste sich gleich nach dem Start ein Rad an seinem Werks Osella FA30 und der Sieg ging an den „Best of the rest“ führenden Christian Merli auf dem Lola B99 F3000. Etwas enttäuschend hier der 20. Gesamtplatz unseres Hermann Waldy sen. im Reynard F3000, der aber somit immer noch schnellster Österreicher geworden ist. |
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Umfeld:
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Best of the rest:
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