STEIERMARK RALLYE

 
 

Nach dem Abstecher der Rallye ÖM Glüher bei der Marburg Rallye und einer für viele zu langen Sommerpause folgte mit der Steiermark Rallye rund um Admont wieder ein Klassiker. Mit dieser Veranstaltung ist aber auch schon wieder der Rallyeherbst ins Land gezogen und wie so oft in den letzten Jahren kann der Mundl Baumschlager auch heuer schon wieder bei dieser Rallye den Staatsmeistersack zumachen und einen weiteren Titel zu seiner mittlerweile recht ansehnlichen Sammlung hinzufügen. Die wenigen Gegner, die sich noch um den Titel Hoffnung machen können, wissen aber um die Stärke des Mundl bei seiner Heimrallye und alles andere als der vorzeitige Titelgewinn wäre höchst überraschend. Nun ist man beim Skoda Einsatzteam BRR schon stolzer Besitzer eines zweiten Fabias und was liegt also näher wie dieses Fahrzeug nicht gerade uneigennützlich ins Meisterschaftsfinale zu werfen. Als Pilot wird bei den letzten beiden ÖM Läufen kein Geringerer als BRR – Teilhaber und Multiunternehmer Toto Wolff ins Lenkrad greifen. Dieser hatte heuer bei einem Einsatz mit einem Porsche GT3 RSR auf der Nürburgring Nordschleife einen heftigen Abflug bei Höchstgeschwindigkeit, und nach einigen Blessuren ist der Toto wieder voll fit und wird sich durch sein Können recht schnell an den Skoda Fabia im Rallyetempo gewöhnen. Dem nicht genug hat sich auch Waldemar Benedikt mit dem Peugeot 207 S2000 angesagt und nur einen Tag vor der Rallye wurde bekannt, dass ein weiterer Peugeot 207 S2000 am Start stehen wird und dieser Bolide wird vom Polen Tomasz Kuchar pilotiert. Der Tomasz, der in seiner polnischen Heimat einer der Top Driver ist, nützte die für ihn völlig neuen Sonderprüfungen als Vorbereitung für das polnische Meisterschaftsfinale und wir konnten neben den Dauerstartern Mundl Baumschlager und Andi Waldherr im VW Polo S2000 erstmalig fünf heiße S2000 Geräte bei einem ÖM Lauf begrüßen. Dem nicht genug hat das Suzuki Team Austria neben dem üblichen wieder aufgebauten Swift S1600 für den Hermann Neubauer einen zweiten Swift S1600 mit Piloten Mario Klammer ins steirische Ennstal gebracht. Die Rallye fand wie im Vorjahr erstmals durchgeführt mit dem Nachtprolog in Hall ihren Start und Samstag Morgen ging es mit Traumwetter und der Prachtkulisse der nahen Berge auf die gewohnten Prüfungen. Während der kurze Freitagabend eigentlich ohne Zwischenfälle über die Bühne ging, hatte es der Samstag dann richtig in sich. Von den Gesamt knapp 60 gestarteten Teams sollte dann nur gut die Hälfte davon die Zielrampe in Admont wieder befahren, wobei das „Mischverhältnis“ zwischen Unfällen und technische Defekten ziemlich ausgeglichen war. Hier sieht man halt wieder, dass es die anspruchsvollen Prüfungen von Admont und die langen Pausen zwischen den ÖM – Rallyes nicht einfach weggesteckt werden können. Eine Demonstration seines Könnens und Erfahrung lieferte am Samstag dann wieder der Mundl Baumschlager ab, der über die gesamte Rallye keine Fehler gemacht hat und schon am Nachmittag seine Führung im Bezug zum Gesamtsieg und Meistertitel verwalten konnte. Sein härtester Verfolger war trotz der Anwesenheit der vielen S2000 Geräte wieder der Mitsubishi Lancer Evo 9 mit Shooting - Star Patrick Winter. Der Patrick hatte im Vorfeld der Rallye mit seinem Teamwechsel und einigen Pressemeldungen für Furore gesorgt, aber die wieder tollen Leistungen mit dem „neuen“ Einsatzauto bestätigen seine Linie. Der härteste Verfolger aus dem S2000 Lager kam von den Löwen 207ern, denn der VW Polo des Andi Waldherr und der zweite Skoda mit dem Toto Wolff überlebten technisch bedingt die Rallye nicht. Als schnellster Peugeot sollte sich eigentlich überraschend der Waldemar Benedikt herausstellen, der nach einem Reifenschaden des „Bad Boy“ Patrick Winter sogar mal den 2. Platz inne hatte, aber dann den Peugeot nach einer Verfolgung im Staub des Manfred Stohl den Löwen recht unsanft in einen Bach legte. Somit folgte auf dem Siegerstockerl der  Tomasz Kuchar auf der untersten Treppe, der sich nicht gerade auffällig aber sehr gewissenhaft auf das Finale seiner heimischen Meisterschaft vorbereitet hat. Bei den Kitcars wäre alles andere als ein Sieg des Hannes Danzinger mit dem Erdgas VW Golf Kitcar eine Überraschung gewesen und hier stellte sich eigentlich nur die Frage wie weit er im Gesamtklassement kommen würde. Schlussendlich sollte es eine Zweirad – Demofahrt werden, denn mit dem 4. Gesamtrang lies er viele Allradteams gerade auf Schotter nicht gut aussehen. Für ihn wäre es jetzt höchste Zeit sein Können in ein Projekt zu stecken, wo er mit gleichen Waffen locker nach der Krone greifen könnte. Der 2. Rang ging bei den schnellen Zweiradlern an den Mario Klammer, der bei seiner S1600 Premiere bei einer Rallye das einzig richtige machte und den Leih – Suzuki besonnen und ohne gröbere Zwischenfälle auf einen guten 11. Gesamtplatz stellte. Sein Teamkollege Hermann Neubauer legte seinen Swift schon am Samstagmorgen recht ortendlich in ein Bachbett in Treglwang. Zum Glück passierte dem Fahrerduo nichts, aber auch bei den anderen Unfällen gab es keine Verletzungen. In der Dieselklasse folgte ein Doppelausfall der Hauptdarsteller Michi Böhm im Fiat Punto und dem Michi Kogler im VW Scirocco und somit ging der Sieg überraschend an den Fredi Leitner im 5er Golf. In der Division II folgte ein weiterer Sieg des Daniel Wollinger im Ford Fiesta ST gegen seinen Hauptrivalen Alois Handler im Peugeot 206. Neue Gesichter dagegen auf dem Siegertreppchen der Historischen. Nach Jahren der Ford und Porsche Dominanz kam der Sieger aus dem Mitsubishi Allradlager. Der Erwin Reiterer fuhr mit dem Fritz Waldherr Evo III einen tollen Sieg ein und auf dem 2. Rang  folgte der „Sepp Gruber“ im neu erstandenen Ex Werks Ford Escort Cosworth. Rang drei ging hier an den Ungarn Andras Kövesdan, der einen brüllenden Porsche 911 SC pilotierte. Der Staatsmeisterschaftstross zieht nun Ende Oktober zum Finale ins Waldviertel, wo vor allem der Kampf um den 2. Gesamtplatz im heimischen Championat im Vordergrund steht, denn den Raimund Baumschlager kann man nach der Steiermark Rallye völlig verdient zum insgesamt 8ten Mal zum Staatsmeistertitel gratulieren.

 

Raceaction:

 

 
 

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