RECHBERGRENNEN 2009

 
 

Auf dem Zauberberg des österreichischen Bergrennsport, dem Rechberg, fand an diesem letzten April-Wochenende dieses Jahres wie schon üblich der Auftakt zur Berg EM aber auch der neuen Berg ÖM Saison statt. Schon in den diversen Ankündigungen sickerte durch, dass die Besetzung bei der Ausgabe 2009 der Kracher schlechthin werden würde, denn für den Gesamtsieg hat sich der regierende Europameister Lionel Regal aus Frankreich mit seinem Reynard F3000 angesagt. Aber auch um den Tourenwagen Gesamtsieg haben sich große Namen angekündigt, denn zum einen hat sich mit dem Georg Plasa und seinem infernalischen BMW M3 Judd Europas Top-Bergtourenwagenpilot angesagt, und zum anderen hat aus heimischer Sicht der Lokalhero Erich Edlinger mit einem ähnlichen BMW ein Comeback angekündigt. Bei den Tourenwagen stellt sich natürlich auch weiters die Frage, inwieweit diese „Gäste“ der üblichen Meute vom Schlage Pailer, Gabat und Co zusetzen können. Für alle die mit dem Reglement nicht so vertraut sind, und zur Ehrenrettung der heimischen Tourenwagenstars, muss aber gesagt werden, dass diese beiden BMW nach der Gruppe E2 aufgebaut sind und abgesehen vom Motor wesentlich mehr Freiheiten genießen als die üblichen Fahrzeuge aus der gewohnten Klasse E1. Wenn man aber schon von Gästen spricht so muss man aber auch die Premiere des als Cupveranstaltung ausgetragenen Rennens mit dem österreichischen Sportwagen vom Typ KTM X-Bow nennen, denn in diesem Rennen im Rennen fanden sich neben vielen anderen Fahrzeugeignern auch die Rallyedrifter Kris Rosenberger, und Gr. N Weltmeister Andi Aigner ein, und sie sollten dieser neuen Rennserie einen professionellen Touch einhauchen. Aus heimischer Sicht sollte für den Gesamttagessieg lediglich Hermann Waldy mit seinem Reynard F3000 in Frage kommen, aber dieser sollte sich herausstellen, erlebte ein rabenschwarzes Wochenende, und spielte durch diverse Ausritte und Zwischenfälle keine Rolle bei der Entscheidung. Am Freitag sickerte aber dann auch durch, dass der Favorit Lionel Regal sich gegen den Rechberg und für einen anderen Lauf auf Europas Berge entschieden hat, aber wenigstens fand sein Exauto in den zarten Händen unserer talentierten Jungamazone Bianca Steiner einen Weg auf den Rechberg. Diese Voraussetzungen und gutes Frühlingswetter mobilisierten wieder tausende Fans, und es sollte wieder ein Rennfest geben wie wir es schon aus der Vergangenheit kennen. Am Samstag stellte sich dann recht schnell heraus, dass wir Österreicher den Sieg in den wichtigsten Klassen über die Grenzen verlieren, denn im Gesamtklassement hielt Jaroslav Krajci mit seinem Lola F3000 die Topzeit, und bei den Tourenwagen fuhr Georg Plasa in einer eigenen Liga. Bei den „heimischen“ Tourenwagen sollte sich aber Wiederholungstäter Erich Edlinger noch vor die gewohnten Bergrennfreaks stellen. Dieser BMW des Technikgenies Edlinger soll aber für die Zukunft noch große Erfolge versprechen, denn hier ist sicher noch einiges an Potenzional vorhanden, und er wird noch kräftig in der Lancia – Ford Vorherrschaft wühlen. Für die Topglüher der letzten Berg ÖM Saison Andi Gabat und Herbert Pregartner soll aber schon der Samstag der letzte Auftritt beim heurigen Rechbergrennen sein. Der Herbert musste seinen Porsche GT2 schon nach wenigen Kilometern mit Motorschaden abstellen, und auch der Andi stellte seinen Cossi wegen einem zu großen Ölverbrauch, und des damit verbundenen Schadens frühzeitig ab. Für ihn war wohl der einzige Trost, dass noch weitere 10 Fahrzeuge aus seiner PS Schmiede recht ordentlich im Bewerb mitspielten. Im Rennen sollte sich das im Training angedeutet Niveau fortsetzen, und es gab zwar etliche Unfälle, aber die verliefen ohne Verletzungen und größere Stillstände. Jetzt aber in die wichtigsten Klassen. Bei den Historischen ging der Gesamtsieg mit dem Friedrich Huber und seinen bekannt schnellen Lola an einen Österreicher, und auch der Tourenwagensieger Alois Hechenleitner mit seinem Ford Escort MKII war ein „Heimischer“. Den möglichen Tourenwagensieg bei den Oldies verschenkte der Max Lamplmaier mit einem gröberen Motorschaden an seinem Ford Escort MKI BDA. In der Gr. N ging der Sieg an den deutschen Mitsubishi Lancer Piloten Roland Wanek knapp vor seinem Markenkollegen Didi Holzer aus dem nahen Mixnitz. In der Gr. A bis 1600ccm gab der Rallyetreter Mario Klammer seine Premiere mit der Kampfzitrone Suzuki Swift S1600 und fuhr ordentliche Zeiten. Eine Klasse höher spielte Christian Schweiger mit seinem VW Golf Kitcar in einer eigenen Liga, und seine Zeiten brachten ihn auf einen tollen 36. Gesamtrang. Der Gesamtsieg in der Gr. A ging an den tschechischen Profi Vaclav Janik mit einem Mitsubishi Lancer Evo 8, der sich mit seinen gefahrenen Zeiten mitten in den höheren Klassen aufhielt. In der Klasse E1 bis 2000ccm war man natürlich wieder gespannt wie weit der Andi Marko mit seinem Audi A4 STW in der Gesamtwertung kommt. Wie schon fast üblich spielte er mitten in der Top Liga, und es reichte für Gesamtrang 23, und Gesamttourenwagenrang 9!!!. Best of the Rest in der Zweiliterklasse E1 war wie schon fast üblich Gerhard Landl im gewohnten BMW 318i. Der Gerechtigkeit halber möchte ich die Toptourenwagenklassen in die richtige Unterteilung stellen. Bei den E1 Boliden war im 1. Rennlauf der Pailer Felix im Lancia Delta Integrale der Schnellste, aber im 2. Lauf schlug der Hanspeter Laber im Gabat Escort Cosworth zurück, und die Topzeit im 2. Rennlauf reichte für den Gesamtsieg in der Klasse E1. In der höheren Klasse E2 lies Georg Plasa mit seinem BMW M3 nichts anbrennen und siegte mit überlegenen Tourenwagenrekord. Hinter ihm, aber schon mit deutlichem Rückstand folgte Markenkollege Erich Edlinger. Seine Zeit reichte aber immer noch um die E1 Boliden vom Pailer Felix und Hanspeter Laber hinter sich zu halten, was für die Zukunft doch einiges verspricht. Bei den Sportwagen ging der Sieg an den ehemaligen Europameister Jörg Weidlinger im Osella PA20. Für den Tagessieg kamen aber nur die F3000 Boliden in Frage, und hier konnte Rechberg Stammgast Fausto Bormolini im Reynard den trainingsschnellsten Jaroslav Krajci im Lola F3000 auf den 2. Platz verweisen, und einen überlegenen Tagessieg einfahren. In dieser Klasse lieferte auch unsere Nachwuchshoffnung Bianca Steiner eine tolle Leistung ab, und wurde mit Gesamtrang 9 Beste aus österreichischer Sicht im Gesamtklassement. Für den Streckenrekord kamen die gefahrenen Zeiten nicht in Frage, denn zum einen waren die Asphalttemperaturen zu kalt, und zum anderen ist die Fahrbahn einfach schon zu schlecht. Bei der Fahrbahn soll es in nächster Zeit aber eine komplett neue Decke geben, und wir können fürs nächste Jahr mit einer gröberen Zeitenjagd rechnen.

 
 
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