BOSCH RALLYE PINGGAU 2009

 
 

Mit der Bosch Rallye im Wechselland rund um Pinggau hat die heurige Saison der österreichischen Rallyemeisterschaft die vermutliche Halbzeit erreicht. Fix ist seit kurzem, dass die benachbarte 1.000 Hügel Rallye wegen einem fehlenden Hauptsponsor für die Saison 2009 gestorben ist, aber auch der Ersatz mit der möglichen Maribor Rallye ist sehr fraglich. Nun ist ja diese Rallye eine der wenigen Veranstaltung bei der keine Nachbarnation um Meisterschaftspunkte mitkämpft, was sich natürlich für heimische Verhältnisse nicht förderlich auswirkt, und doch ist es immer wieder eine Freude zu dieser Traditionsrallye, die unter der Regie des Stengg Fanklubs steht, zu kommen. Es ist einfach der Mix aus den immer schönen Frühlingsfarben zu dieser Jahreszeit und einer Bevölkerung, die doch in dieser Region sehr bodenständig ist. Schnell ist man in ein gutes Gespräch vertieft, und man merkt schnell, wie wichtig für die Menschen diese Bereicherung in Form dieser Rallye ist. Eine gute Motorsportverbundenheit müssen diese Menschen ja haben, denn unweit der Sonderprüfungen befindet sich das PS Racing Center in Greinbach, und auch die Oldtimerrallye Triest – Wien, oder auch umgekehrt, gastiert in dieser Region. Bei den Prüfungen muss man ehrlich gestehen, gibt es sicher im heimischen Championat bessere, aber es ist die Kompaktheit der Verbindungsetappen, und Highlights wie der Sprung bei der Sonderprüfung Heideggendorf oder die Ortsdurchfahrt in Pinggau bzw. der Rundkurs durch Rohrbach die sich tief in unsere Gehirnrinde eingearbeitet haben. Durch den freitäglichen Feiertag, und das doch recht angenehme Frühlingswetter fand die heurige Ausgabe regen Fanandrang, aber auch die markenvielfältige Meisterschaft tat ein Übriges. Vorbei die Zeiten des Mitsubishi Markenpokals, den neben den gewohnten S2000 Fahrzeugen des Mundl Baumschlagers in Form des Skoda Fabia S2000 und dem Andi Waldherr im gewohnten VW Polo S2000, stürzte sich diesmal auch der Waldemar Benedict im Peugeot 207 S2000 in den Kampf um Treppchenplätze. Auf den Topplätzen dieser Rallye konnte man aber auch noch die Subaru Imprezas der Herren Stohl und Stengg erwarten, wobei letzterer auch nicht untätig war, und den hauseigenen Subaru auf Bioethanol umgerüstet hat. Um die vordersten Plätze spielten natürlich etliche Mitsubishis in allen möglichen Evo Stufen mit, und abgerundet wurde das Starterfeld der Topdriver noch von etlichen Kitcars, die bei einem so hohen Asphaltanteil natürlich nicht zu unterschätzen sind. An vorderster Front hier natürlich der Hannes Danzinger im Erdgas Golf Kitcar, der mit einem Sieg bei der BMW Challenge am Wachauring in Melk ordentlich Selbstvertrauen tanken konnte. Mit diesen Voraussetzungen ging es hinein in den 1. Rallyetag, der die Piloten zwischen den Orten Pinggau und Rohrbach pendeln lies. Schon auf der SP 1 in Rohrbach wurde klar, dass der Sieg nur über die Herren Waldherr und Baumschlager führen kann, denn sie entfachten einen Sekundenkrimi der Extraklasse. Während der Mundl im neu aufgebauten Skoda Fabia S2000 stets in Rohrbach Bestzeit vorlegte, konterte der Andi Waldherr in Pinggau und am Ende des Freitags lag nun die Skoda Mannschaft Baumschlager/Zeltner mit knapp 20 Sekunden vor ihren Kontrahenten aus dem VW Austria Lager. Pech hatte Manfred Stohl, der schon nach SP 3 mit technischen Problemen am Erdgas Subaru Impreza vorzeitig aufgeben musste. Der Samstag brachte uns dann eine Weiterführung der Demonstration der Leistung der Paarung Raimund Baumschlager und des Skoda Fabias S2000, und in einer Weise die uns mit einem WRC Verbot in Österreich locker leben lässt. Hier wurde uns deutlich vor Augen geführt was ein Top S2000 Gerät in den Händen eines Ausnahmekönners wie dem Mundl so „ausrichten“ kann. Rasch lies er den Vorsprung auf seine Widersacher anwachsen, und konnte ab Mittag seinen Vorsprung in bester „Loebmanier“ verwalten. Auf den hinteren Plätzen schien es so als wäre der Fisch schon gegessen, als auf der letzten SP dem Andi Waldherr die Elektronik einen Strich durch die Rechnung machte, und er die Rallye unglücklich beenden musste. Platz zwei ging somit an einen glänzend aufgelegten Waldemar Bendict im Peugeot 207 S2000, vor dem besten Mitsubishi Evo Piloten, und den eigentlichen Sensationspiloten dieser Rallye Patrick Winter. Beeindruckend war die Vorstellung des einstigen Ford Fiesta Piloten, der mit diesem 3. Rang eine weitere Riesen Talentprobe abgelegt hat. Bestes Kitcar wurde nach gröberen Troubles am Freitag wie gewohnt Hannes Danzinger, und auch der Dieselsieger hieß wie zumeist Michi Böhm im Fiat Punto. Der 1. Rallyeeinsatz des VW Scirocco TDI mit dem Michi Kogler endete mit Platz zwei, aber hauptsächlich viel diese Paarung durch eine meterlange Russwolke auf, die man sonst eigentlich nur von einem alten Mercedes Taxi kennt, und nicht von einem Diesel Vorzeigeprojekt…Der Sieg bei den Historischen ging an den Koni Friesenegger im bewährten Opel Kadett GTE.

 
 
Raceaction:

 

 

Mundl Baumschlager on tour:

 

 
 

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