BERGSLALOM RETTENEGG 2009

 
 

Eine Motorsportart welche ansonsten eher außerhalb der Steiermark richtig publik ist, hielt im oberen Feistritztal an diesem 2. Juli Wochenende Einzug. Genauer gesagt fand in Rettenegg der 1. Rettenegger Bergslalom statt. Finden „normale“ Autoslalom zumeist auf großen Parkplätze statt, sind diese Bergslaloms eine Mischung aus Bergrennen und Slalom, und somit fanden sich auch etliche höchst willkommene Gäste aus der nahen Bergrallyeszene ein. Unter ihnen die namhaften Publikumsmagneten vom Schlage Felix Pailer, Rupert Schwaiger und Mike Jelinek, um nur einige zu nennen. Dieses Premierenrennen, das zum einen vom Walter Kroisleitner, dessen Onkel Vinzenz Kroisleitner in der heimischen Bergrennszene einer der ganz Schnellen ist, und zum anderen vom Mitsubishi Intimus Sepp Doppelreiter organisiert wurde, musste fast schon ein Erfolg werden, denn ist doch der Doppelreiter Sepp bei vielen Bergslaloms den es mitsamt seines Mitsubishi Lancer Evo 6 zu schlagen gilt. Ein weiterer Lokalhero und einen den jeder Mitbewerber auf der Rechnung haben musste, ist der ansässige Dorf – Figaro Anton Roth im Diesel VW Golf, und der hat schon vor etlichen Jahren einen OSK Pokal Titel im österreichischen Slalomchampionat einfahren können. Viele werden mit Rettenegg als Motorsportgemeinde nicht viel anfangen können, aber da ich ja auch ein Spross dieser Gemeinde bin möchte ich hier erwähnen, dass ich schon vor fast 40 Jahren den Südafrikaner in indischer Abstammung Joginder Singh mit seinem damaligen Mitsubishi Colt Lancer 1600 als Zeitzeuge in Rettenegg bewundern konnte. Er zeichnete damals seine Spuren in den noch unasphaltierten Pfaffensattel, und hat als Höhepunkt seiner langen Karriere ja 1976 die Safari Rallye gewonnen. Gefahren wurde damals übrigens noch nicht mit Helmen mit integrierten HANS Sicherheitssystem, sondern dem Herrn Singh gefiel der gewohnte Turban weit besser… Weiters war die heimische Rallyeelite am Feistritzsattel im Zuge der ARBÖ Rallye Anfang der 80iger Jahre fast schon Stammgast. Legendär im Jahr 1984 der plötzliche Wintereinbruch im Zuge der damaligen ARBÖ Rallye, und gerade wegen der Schleichfahrt mit fetten Asphaltreifen im Schnee werden einige Rallyefahrer diesen Pass nicht vergessen. Der letzte große Motorsportauftritt in Rettenegg war eine Sonderprüfung bei der Jännerrallye 2000, die ja damals ihren Stammsitz im nahen Ratten hatte, und die hat damals der Pailer Felix vor dem Beppo Harrach für sich entschieden. Es ist also wieder höchste Zeit, dass Rettenegg nach einem tollen Berglauf aufs nahe Stuhleck (26.07.2009), dem bekannten Planetenweg und dem laut Guinness Buch der Rekorde weltgrößten Stempel mal wieder in aller Munde ist. Was könnte also besser passen als ein Autorennen, dass noch dazu beim „Schlöglbauer“ am Fuße des aus motorsportlicher Hinsicht wie schon erwähnt großen Pfaffensattel liegt. Die Strecke selbst bietet zwei tolle Kurven, wobei die obere mitten im Wald liegt, aber beide leider von den Zuschauern nicht einsehbar sind. Die längeren Geraden im unteren Streckenabschnitt wurden dann mittels Hüttchen entschärft um den teilweise recht potenten Serienfahrzeugen etwas Dampf vom Kessel zu nehmen. Die leider spärlich erschienenen Zuschauer erlebten dann bei wechselhaften aber recht angenehmen Wetter auch ein actionreiches Rennen, dass neben den schon angeführten Bergrallyestars auch jede Menge „Nachahmer“ fand, die mit ihren Straßenautos in den dicken Spuren ihrer Vorbilder fuhren. Was kann es im Bezug zum Motorsport billigeres geben als nur mit einem Helm, seinem geliebten fahrbaren Untersatz und etwas Startgeld bewaffnet auf gesperrter Strecke seiner Leidenschaft nachgehen? Dies führt neben der Auslotung der eigenen Fähigkeiten auch zwangsläufig zu etwas waghalsigen Szenen, und man kann am Stammtisch ohne um den Führerschein und der Straßensicherheit zu fürchten über geleistetes Fachsimpeln. Nun aber wieder zurück zum Rennen, dass wegen der schmalen Streckenbeschaffenheit nicht unter den Deckmantel der Sportbehörde OSK fällt. Bei den Klassen muss man hauptsächlich die Serien von den Rennfahrzeugen trennen, und diese werden dann noch nach Hubraum unterteilt. Beim Ablauf der Veranstaltung kam es leider zu etwas unverständlichen Verzögerungen, und hier sollten die Veranstalter aus diversen Fehlern im Gesamtablauf lernen, aber auch wir Fans sollten ihnen die Chance geben mit der Erfahrung der Premierenveranstaltung sich weiterzuentwickeln, denn vom Konzept und dem Gezeigten scheint uns hier etwas gutes für die Zukunft heranzuwachsen. Beim Sportlichen kam es zwar zu einigen Ausrutschern, aber es gab nur ein wenig zerbrochenes Plastik aber nicht die geringste Verletzung. Ich will jetzt nur grob in die Gesamtwertung der Klassen reinschauen und hier erzielte den Tagessieg bei den Serienfahrzeugen der Sigi Buchegger mit dem KTM X-Bow vor dem Chefveranstalter Sepp Doppelreiter im Mitsubishi Lancer Evo 6. Bei den Rennfahrzeugen siegte der Bergrallyehero Rupert Schwaiger mit dem Porsche GT2 knapp vor seinem Kollegen aus dem Bergrallyezirkus Stefan Wiedenhofer mit seinem Mitsubishi Lancer Evo 6.

 

Location:

 

 

Faszination Autoslalom:

 

 

Serienwedler:

 

 

Rennwedler:

 

 
 

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