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BERGRENNEN ST. AGATHA |
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Das Bergrennen im oberösterreichischen St. Agatha unweit der deutschen Grenze hätte alle Zutaten gehabt um ein voller Erfolg zu werden. Ein tolles Starterfeld machte sich auf der teilweise neu asphaltierten Piste bei bestem Wetterbedingungen auf den Weg um den bestehenden Streckenrekord zu pulverisieren. Doch im sonntäglichen Vormittagstraining dann der Supergau. Im Trainingsverlauf herrschte Verwirrung, denn der Ford Escort Cosworth des Dietmar Lustig war mit technischem Defekt ausgerollt. Der Streckensprecher kündigte eine Unterbrechung an um der Rennleitung die Möglichkeit zu geben auf die Strecke zu fahren um nach dem Rechten zu sehen. Es ist kurz vor halb 11 Uhr als der Ernst Zink mit seinem Ford Escort Cosworth die Ausfallsstelle des Dietmar Lustig im Mittelteil der Strecke völlig problemlos passiert und mit seinem Boliden den Berg hoch donnert. Plötzlich erlischt der Motorlärm und der Streckenlautsprecher bleibt stumm. Beängstigende Stille verbreitet sich und schon bald läuten Handys bei einigen Presseleuten. Schnell macht sich die bittere Wahrheit breit, dass der Unternehmer aus dem steirischen St. Peter – Freienstein in der Nähe von Leoben im schnellen Zielabschnitt die Kontrolle über seinen Ford verloren hat und von der Piste abgekommen ist. Das Fahrzeug wird auf der taunassen Wiese zum unkontrollierbaren Geschoss und durchbricht die Absperrung und trifft mit fast unverminderter Wucht eine vierköpfige deutsche Besucherfamilie weit hinter der Absperrung, die sich gerade bei einem Verkaufsstand mit dem Rücken zur Piste anstellt. Die Folgen sind grauenhaft!! Die sofort eintreffenden Notärzte können bei der Mutter und der Tochter nur mehr den Tod feststellen. Vater und Sohn werden sofort mittels Helikopter ins LKH Linz geflogen. Während der Vater schon über dem Berg ist, schwebt der Sohn mit schweren Schädelverletzungen noch immer in Lebensgefahr. Der Pilot, dem man sicher keine mangelnde Routine nachsagen kann, bleibt unverletzt, steht aber unter einem schweren Schock. Leider gelangt der Bergrennsport durch diesen Unfall wieder mal unfreiwillig ins Rampenlicht und es wird wohl einige Diskussionen wegen Absperrungen und erreichter Geschwindigkeit geben. Solche Unfälle, die sich jeder Logik entschließen und einfach immer, wenn auch ganz ganz selten vorkommen, wird man auch durch noch so logische Absperrungen nicht verhindern können. Für uns als Berichterstatter wäre es völliger Unsinn hier über Sekunden oder gar eine Rennaussichten zu berichten, sondern möchten den Hinterbliebenen unser tiefstes Mitgefühl aussprechen und den Verletzten eine baldige Genesung wünschen. Dem Piloten Ernst Zink möchten wir auch eine gute Erholung von den Vorkommnissen mit auf den Weg geben und hoffen doch ihn in welcher Form auch immer wieder an der Bergrennstrecke begrüßen zu dürfen „Kopf hoch Ernstl, du packst des“. Nicht ganz ungeschoren kommt bei uns der Veranstalter davon, denn es kann nicht sein, dass bei drei anwesenden Streckensprechern die tausenden schon vorhandenen Fans gänzlich ohne Informationen bleiben und lediglich einige Streckenposten und rührige Presseleute genauere Infos weitergeben. Eine weitere Frechheit ist aber auch die Gegebenheit, dass eine große Menge von Besuchern trotz bekannt werden der Absage des Rennens noch brav Eintritt an den Kassen zahlen mussten und sicher um ihr Geld umfallen werden. Dem Bergrennsport und speziell dem Rennen in St. Agatha wünschen wir ein besseres Ende als dem legendären Alpl Bergrennen, denn das hat nach einem ähnlichen Unfall im Jahr 1990 den Todesstoß erhalten. Bilder: Als Fotograf oder Berichterstatter ist man nach so einem Vorfall dazu geneigt den ganzen Krempl ins Eck zu stellen und etwas Abstand zu gewinnen. Nach dem ersten Schock überlegt man sich dann doch wie eine Berichterstattung samt aussagekräftiger Bilder aussehen könnte. Um den Fahrern, Teams und Fans aber doch Bildern über die abgelegten Trainingläufe zur Ansicht zu zeigen, haben wir beschlossen den Bildverlauf auf der Homepage wie gewohnt zu gestalten und hoffen damit den Interessen vieler nachzukommen. Da es schon diverse Anfragen gegeben hat, möchten wir aber gleich vorwegnehmen: Wir besitzen schon aus Pietätsgründen keine Unfallbilder, aber auch keine Bilder von der Unfallstelle. Es ist halt immer wieder traurig, dass es der Bergrennsport nur mit Negativmeldungen und Schockbildern in die „großen“ Medien wie ORF oder so schaffen. |
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