BERGRALLYE LOBMING - VOITSBERG

 
 

Mit der Bergrallye im weststeirischen Lobming in der unmittelbaren Nähe von Voitsberg ist die Serie der drei heißen Herbstrennen eingeläutet. Während in manchen Klassen schon seit dem Auftaktrennen in Lödersdorf der logische Sieger feststeht, so ist zum Glück für uns Fans noch in etlichen Klassen absolut nichts in trockenen Tücher gewickelt - auf gut deutsch es knistert kräftigst. Vor allem in der Königsklasse STW +2000 ccm 4WD stehen uns noch harte Fights ins Haus und hier hat der regierende Meister Felix Pailer vor einer Woche beim Berg -ÖM Lauf im kärntnerischen St. Urban seinen Lancia Delta Integrale mit einem Wasser schluckenden Motor in Führung liegend abstellen müssen. Was für andere Teams das vorzeitige Saisonende wäre ist für das Pailix Team eine Angelegenheit von Tagen bzw. Nächten und somit stand der warnwestenfärbige Lancia in alter Frische am Start zum 1. Trainingslauf  in Lobming. Hier zeigt sich wieder mal, dass der Titel Mr. Bergrallye ein hart erarbeiteter ist und man ihn nicht an einer russischen Universität erkaufen kann, und sich schon gar nicht anheiraten lässt. Passend zur Jahreszeit stellt sich angenehmes und trockenes Herbstwetter mit angenehmen Temperaturen ein. Das Veranstalterduo Werner Jud und Gustl Gratzer konnten somit ein durchaus herzeigbares Fahrerfeld von gut 70 Fahrern samt Rennfahrzeugen präsentieren, aber leider kamen nur knapp 2000 Zuschauer. Diese erlebten aber auf der für die Fahrer anspruchsvollen Strecke mit tollen Kurvenpassagen im Zielbereich wieder feinsten Bergrennsport. Das Rahmenprogramm bestand diesmal aus etlichen Ami-Schlitten, die uns in Zeiten von Benzinsparens und CO2 Diskussion höchst willkommenen brabbelten Achtzylindersound präsentierten. In Zeiten wo viele Rennserien mit Teilnehmerschwund kämpfen, gibt der noch immer voll gesunde Bergrennsport wieder mal Initiativen wie wir Motorsportfans mit solchen Attraktionen unter einen Hut gebracht werden können. Der Renntag begann wie üblich mit der Gedenk „Halbenstunde“ mit Namen Verzögerung, aber danach ging es doch recht zügig mit kleineren Unfallen und Verzögerungen durch den Sonntag, und damit gleich zum Rennen. Bei den Historischen schlug der Mario Krenn im Ford Escort MKII wieder zurück und gewann überlegen. In der Klasse Gr. N/A bis 2000 ccm konnte in Abwesenheit des Dauersiegers Heli Herzog endlich Patrick Lorenser im Peugeot 106 einen längst fälligen Sieg einfahren. Die Gr. H mit gleich viel Kubik ging wie gewohnt an Jürgen Pratl im Renault Clio, der damit auch schon als Meister feststeht. In der großen Klasse A/H ging der Sieg wieder mal an den Didi Holzer im Mitsubishi Lancer Evo 8, der aber höchst ungewöhnlich im 1. Rennlauf einen Dreher in der Zielkurve fabrizierte. Pech hatte hier schon im Training sein Mitsubishi Markenkollege Stefan Wiedenhofer, der seinen Evo 6 mit Differenzialschaden abstellen musste. Bei den Spezialtourenwagen bis 1400 ccm konnte der logische Favorit Günther Strohmeier mit seiner Klassenbestzeit nicht viel anfangen, da es durch die wenigen Starter keine Wertung gab. Eine Klasse höher bis 1600 ccm siegte diesmal wieder der Robert Unger im VW Golf und macht somit die Klassenentscheidung bis auf weiteres spannend. Nichts Neues bei den Zweilitern, denn wie üblich folgte mit Platz eins und sicherem Klassensieg für 2009 Andi Marko im STW Audi A4 quattro und Rang zwei Michi Auer im VW Scirocco die übliche Reihenfolge. In der Klasse E2 SH war gegen Manfred Wurzwallner im BMW E30 3,6 kein Gegner angetreten, obwohl auch er den letzten Rennlauf wegen einem technischen Defekt auslassen musste. Bei den Zweiradlern der großen Klasse folgte der übliche Sieg des Rupert Schwaiger im Porsche GT2, der aber auch wieder kräftig um den Tagessieg mitkämpfte. Platz zwei hier für den BMW 323 M3 mit Fahrer Manfred Platzer. In der Königsklasse 4WD über 2000 ccm konnte sich nach einem spannenden Training der Hanspeter Laber im Gabat Ford Escort Cosworth in einem tollen Fight gegen Dauerrivale Felix Pailer im Lancia Delta Integrale durchsetzen und in der Meisterschaft einen vielleicht vorentscheidenden Sieg einfahren. Rang drei geht hier an den mit etlichen Verschaltern kämpfenden Franzl Nowak im Lancia Delta Integrale. Höchst willkommen hier der Widereinstieg des Helmut Hähnel im Lancia Delta Integrale, der aber noch mit einigen Wehwehchen seines neuen Motor kämpfte. Mit drei Wochen Pause rüstet sich der Bergrallyezirkus nun für das vorletzte Rennen auf der neu adaptierten Strecke in Paldau, wo wir wahrscheinlich in weitern Klassen mit Vorentscheidungen im Bezug auf Gesamtsiege rechnen müssen.

 

Umfeld:

 

 

Raceaction:

 

 
 

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