BERGRALLYE ST. PETER AM KAMMERSBERG

 
 

Mit der 2. Auflage der Bergrallye in St. Peter am Kammersberg in der Nähe der steirischen Bezirkshauptstadt Murau beginnt die zweite Saisonhälfte nach der langen Sommerpause. War die vorjährige Premierenveranstaltung von den schweren Unfällen des Michi Auer im VW Scirocco und des Manfred Aflenzer im VW Polo überschattet, so hoffte man doch auf weniger solcher Zwischenfälle für die heurige Ausgabe. Sportlich gesehen haben sich einige unserer Bergheros bei diversen Bergrennen in Form gehalten und haben unsere Fahnen hoch gehalten. Der Fahrer der mit dem breitesten Grinsen nach St. Peter am Kammersberg gekommen ist, war sicher der Andi Marko, hatte er doch am vorigen Wochenende im slowenischen Lucine seinen ersten Gesamttourenwagensieg einfahren können. Unter den Geschlagenen befanden sich Fahrer vom Schlage Felix Pailer, Hanspeter Laber, aber auch der deutsche Dauer - Rallyemeister Hermann Gaßner sen. um nur einige zu nennen. Mit einem Sieg des Andis und seinem ex STW Audi A4 quattro war bei der Bergrallye in St. Peter am Kammersberg bei trockenen Bedingungen wohl nicht zu rechnen, da diese Strecke doch recht steil ist und recht flüssige Kurven hat. Wie uns das Vorjahr zeigte ist aber dieses Rennen immer für Überraschungen gut, denn um ein Haar hätte mit dem Alex Strobl im Ford Escort Cosworth ein Fahrer gewonnen, der zwar anerkannt schnell ist, aber bei den „Buchmachern“ nicht so hoch im Kurs stand. Ebenfalls wie schon im Vorjahr hat das Veranstalterteam rund um Christian Küberl einige höchst willkommene Gaststarter für dieses Rennen gewinnen können. Unter den zahlreichen Gästen auch der Deutsche Christian Auer der seinen ex STW Ford Mondeo nach seinem St. Agatha Crash vom Vorjahr wieder aufgebaut hat und erstmals bei einem Rennen fuhr. Im Starterfeld aber auch viele neue Namen und die Wiederholungstäter Stefan Rablhofer mit dem ex Roth Anton Renault Megane Coupe und der Manfred Wurwallner, der uns zum ersten Mal seinen neu aufgebauten 3er BMW mit M5 Motor präsentierte und gerade diese Paarung verspricht für die Zukunft doch einiges. Unterm Strich ergab dies ein Rekordstarterfeld von 95 Fahrern, und das in doch für den Motorsport recht schlechten Zeiten. Der Renntag brachte den zahlreich erschienen Zusehern am Morgen noch Postkartenwetter, aber gegen Nachmittag trübte sich der Himmel ein, aber Petrus hatte ein Einsehen und es ist trocken geblieben. Diese hohen Temperaturen haben aber auch den Programmablauf ordentlich durcheinander gebracht, denn zum einen mussten Sanitäter einige Male Besucher mit Kreislaufproblemen Erstversorgen, aber auch den hoch gezüchteten Rennmotoren bekam die Hitze nicht und es gab etliche technische Ausfälle. Unfälle waren zwar Mangelware, aber die Verantwortlichen des Rennens ließen wie schon fast üblich sämtliche Zeitvorgeben verstreichen, und der letzte Rennlauf endete somit erst knapp vor 18 Uhr. Nun zum Rennverlauf, der viele gewohnte Sieger brachte, aber auch einen Paukenschlag mit sich brachte, doch dazu noch später. In der Gästeklasse führte kein Weg am Georg Pacher und seinem PRC Pucherl vorbei und bei den Historischen versiert der Mario Krenn mit seinem Ford Escort MKII schön langsam zum Klassenprimus. Mit den gewohnten Renault Clio Siegern Heli Herzog und Jürgen Pratl endete die Gr. H bzw. Gr. A bis 2000 ccm. In der großen Gruppe H folgte ein weiterer Sieg vom „big old man“ Günther Gabat und dem gewohnten Ford Escort Cosworth. Den eher ungewohnten „Gästesieg“ brachte die STW Klasse bis 1400 ccm, denn hier war kein Kraut gegen den Thomas Strasser jun. mit seinem VW Polo gewachsen, und gerade in diesem Polo lebt viel Hightech aus dem im Vorjahr verunfallten Aflenzer – Polo weiter. Eine Klasse höher ging der Sieg an den Christian Pfeifer im gewohnten Fiat Ritmo Abarth. Den üblichen Sieger brachte auch die Klasse STW -2000 ccm, denn auch diesmal war gegen Seriensieger Andi Marko und seinem ex STW Audi A4 quattro kein Gegner zu finden. Höchst erfreulich aber hier der 2. Platz des im Vorjahr auf selber Strecke schwer verunfallten Michi Auer, der mit seinem VW Scirocco schön langsam wieder an die alte Form anschließen kann. Bei den Spezialtourenwagen 2WD über 2 Liter führte von den gefahrenen Zeiten wieder mal kein Weg am Porsche GT2 mitsamt Fahrer Rupert Schwaiger vorbei, und der Tagesssieg ging an den Hanspeter Laber im Ford Escort Cosworth, der den im Training dominierenden Felix Pailer im Lancia Delta Integrale auf den 2. Gesamtplatz verweisen konnte. Der Eingangs erwähnte Paukenschlag passierte dann aber längst nach Rennende als die Rennautos und bei den Klassensiegern die Lorbeerkränze verstaut wurden und publik wurde, dass der Hanspeter Laber gegen den Rupert Schwaiger Protest eingelegt hat, da bei diesem in der Vorstartzone verbotene Hilfeleistung am Porsche erbracht wurde. Dieses Vergehen zog nach sportlichen Regeln die sofortige Disqualifikation mit sich, und machte den Karl – Heinz  Binder im Ford Sierra Cosworth zum Klassensieger. Nun haben die Kommissäre sicher im Sinne des Rechts gehandelt, aber man sollte in einer Serie wie dem Bergrallyesport auf gut steirisch die Kirche im Dorf lassen, denn es hätte sicher auch andere Mittel und Wege gegeben diesen „Vorfall“ zu bereinigen. Nun bleibt nur zu hoffen, dass der Rupert die Disqualifikation wie ein g’standener Steirer mit der nötigen Ruhe zu verarbeiten weis, und dem Hanspeter Laber sollte man neben Tagessieg, Streckenrekord noch zur gewonnenen Protestführung gratulieren. Es bleibt zum Abschluss nur zu hoffen, dass der „gesellige“ Sport Bergrallye nicht unter solchen Vorfällen leidet, denn gebracht hat es unter dem Strich keinen der Beteiligten etwas.

 

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