BERGRALLYE PALDAU

 
 

Beim vorletzten Bergrallyelauf der heurigen Saison im südoststeirischen Paldau konnten wir einen neuen Streckenverlauf verfolgen, aber auch eine neue Asphaltdecke hat die in den letzten zwei Jahren geächtete Rennstrecke erhalten. Das Veranstalterteam rund um Franzl Nowak hatte trotz der teilweise schon entschiedenen Klassenentscheidungen wieder ein tolles Feld von 70 Startern zusammengebracht und zusammen mit Traumwetter verfolgten eine ansehnliche Zahl von Zuschauern dieses Rennen. Natürlich waren die tragischen Vorkommnisse des Bergrennens in St. Agatha noch allgegenwärtig und so soll es ja auch sein, denn so ein Unfall kann fast immer und überall passieren und man hat seitens des Veranstalters so ziemlich alles unternommen um einen ähnlichen Unfall verhindern zu können, aber die totale Sicherheit kann es halt nie geben. Nun ist ja der gesamte Bergrennsport durch einige mediengeile Klugscheißer ins schmutzige Rampenlicht gekommen und unsere Freunde von den Hillclimbfans haben via Internet eine Online – Unterschriftenaktion ins Leben gerufen, die die Diskussionen rund um ein Bergrennsportverbot vom Tisch fegen soll. Natürlich unterstützen wir auch diese Aktion und wir möchten hiermit den Link zu ihrer Seite bekannt geben. http://www.hillclimbfans.com/unterschriften/.

Wir alle, und vor allem die Fans, die die Unfallstelle von St. Agatha kennen, wissen, dass eine Wiederholung dieses Unfalles so unwahrscheinlich ist wie an der Bushaltestelle vom Zug überfahren zu werden. Im Zusammenhang mit den Vorkommnissen von St. Agatha wird auch immer wieder der ähnliche Ausgang beim Alpl Bergrennen 1990 erwähnt, aber der Fotofux als einer der damals schon höchst aktiv war und die damalige Unfallstelle kennt, kann nur sagen, dass damals die Opfer in der Innenkurve gestanden sind und die Entfernung zur Fahrbahn betrug gerade mal „einen Meter!!!“. Als möglicher Schutz sollte ein morscher Weidezaun dienen und daher sollte man zum Thema Absicherung der Rennstrecke nicht Äpfel mit Birnen vergleichen, aber auch vom Tempo her waren damals ähnliche Werte auf den nicht vorhanden Tachowellen. Es wäre daher eine Frechheit den Bergrennsport mit all seinen arbeitsplatzsichernden Anhänglichkeiten wie Gastronomie, Tunern und rührigen Gemeinden in Frage zu stellen, denn wie viele Verletzte oder gar Tote haben andere Sportveranstaltungen schon zu beklagen und keiner verbietet diese Sportarten. Ich möchte jetzt aber nicht zu weit ausscheren und lediglich aufrufen diese Petition „pro Bergrennsport“ zu unterzeichnen und damit wieder zurück zur Bergrallye in Paldau.

Gleichen sich andere Strecken fast, so bildet gerade diese Strecke mit den schnellen Kurven und den teilweise recht intensiven Kuppen eine willkommene Ausnahme. Im Training gingen die meisten Piloten daher mit Samthandschuhen an die Haftgrenze des neuen Asphaltes heran, und es blieb auch bei nur einem heftigen Abflug, als der Walter Martinelli seinen Alfa recht ortendlich in die Landschaft setzte. Das Fahrzeug konnte zwar bis zum Rennen nicht mehr gerichtet werden, aber der Pilot blieb wohlauf. Die restlichen, und zumeist auch harmlosen Verbremser und Ausritte folgten eigentlich alle in der Anbremszone vor der neuen Zielanfahrt. Das Rennen brachte uns bei den Historischen einen neuerlichen Sieg des Mario Krenn im Ford Escort MKII, der somit das Klassenfinale nach Gossendorf geschoben hat. Die üblichen Renault Clio Siege gab es in den Klassen Gr. A-N -2000 ccm und Gr. H -2000 ccm durch Heli Herzog und Jürgen Pratl wobei der Jürgen auch schon als Gesamtklassensieger feststeht. Die in letzter Zeit anhaltenden Topleistungen wiederholte der Stefan Wiedenhofer mit seinem Mitsubishi Lancer Evo 6 und konnte damit den Sieg in der großen Gr. H einfahren. Hier reichte seinem Markenkollegen Didi Holzer der 3. Platz zum heurigen Klassensieg. In der Klasse spez. TW -1400 siegte diesmal der Gerhard Schermann im Suzuki Swift, aber auch er kann den Gesamtsieg des Günther Strohmeier nicht mehr verhindern. Einen wahren Krimi dagegen eine Klasse höher bis 1600 ccm, denn diesmal gab es beim Robert Unger im VW Golf und dem Christian Pfeiffer Fiat Ritmo eine ex equo Gesamtzeit und beide reisen mit der gleichen Punkteanzahl zum Finale. Nichts neues in den Klassen spez.TW -2000 ccm und 2WD +2000 ccm, denn die Siege gingen wie heuer üblich an den Andi Marko im STW Audi A4 quattro und dem Rupert Schwaiger im Porsche GT2. Eine Top- Leistung bei den großen Zweiradlern lieferte das Team rund um Manfred Platzer ab, die in nur einer Woche das Unfallauto von St. Agatha wieder auf die Räder stellte und der Plambo konnte seinen BMW 323 wieder gewohnt den Berg hochjagen. In der Königsklasse hieß der Sieger diesmal Hanspeter Laber der eigentlich ungefährdet war, außer im 2. Rennlauf brachte ein Elektronikdefekt am Ford Escort Cosworth seinen Chauffeur in Bedrängnis. Der 2. Rang ging hier an den Felix Pailer im Lancia Delta Integrale vor seinem Markenkollegen und Veranstalter Franzl Nowak. Als nächstes geht der Bergrallye Zirkus in drei Wochen zum Finale nach Gossendorf und hier kündigt sich eine Sensation an. Kein Geringerer als Chefveranstalter Gerhard Landl wird einen neu aufgebauten Gabat Ford Escort Cosworth an den Start bringen und sollte dieser Versuch gut laufen, werden wir ihn nächste Saison in diesem Fahrzeug regelmäßig am Start sehen.

 

Umfeld:

 

 

Raceaction:

 

 
 

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